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  • CAMPEAO!!!

    Juni 17th, 2010 by melissainbrasilien

    Stille. Leere. Alle Läden und Banken geschlossen. Kein Mensch ist auf der Straße anzutreffen. Das Land ist ausgestorben. Gespenstig. Es liegt Spannung in der Luft. Große Spannung. Alles zittert. Und dann! Es fängt mit einem einzelnen Schrei in weiter Ferne an, doch bald schon hört man es von überall: Gooooooooooooooool!!!! Und plötzlich füllen sich die Straßen, ein grün-gelb-blaues Farbenmeer, ein Getöse, Geschreie, Gepfeife wo eben noch nur stiller Asphalt war. Und plötzlich ist Brasilien wieder Brasilien, nein, viel mehr noch, es ist Brasilien, das tollste Land der Welt repräsentiert durch die beste Fußballmannschaft der Welt! Alles feiert das Team, den Sport und natürlich sich selbst! Von überall hört man Musik, überall tanzen Menschen, die extra für diesen Anlass frei bekommen haben.
    Ich meine, nicht, dass es vorher Zweifel daran gegeben hätte, dass Brasilien gewinnt, nein, das war ja eh schon klar. Aber nun haben wurde es wieder einmal dem Rest der Welt bewiesen. Brasilianischer futebol bleibt weiterhin ungeschlagen! Genauso wie die brasilianische Feierlust. ;) Und plötzlich fühle auch ich Ausländerin mich wie eine echte Brasilianerin, in meinem Trikot und der umgehängten Flagge. Diese Euphorie ist zu ansteckend um sich ihr zu entziehen.

    Fußball- nichts anderes schafft es, dieses riesige Land sosehr zu vereinen! Und wirklich JEDEN in seinen Bann zu ziehen!

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    Liebesbrief

    März 4th, 2010 by melissainbrasilien

    Schwer fällt es mir in Worte zu fassen, was Du bei mir ausgelöst hast. Trotzdem werde ich es versuchen; die einzige Möglichkeit hierfür bildet ein Liebesbrief.

    Schon von Weitem war es nicht nur deine unglaubliche Schönheit, sondern ebenso deine Ausstrahlung, diese Lebensfreude, die nur zu Recht besonders an diesem Tag von der Sonne bestrahlt wurde. Sofort begann das Kribbeln in meinem Bauch, ich wäre am liebsten in die Luft gesprungen, wenn ich mich nicht schon längst über den Wolken befunden hätte. Die erste Berührung mit Dir war etwas ganz Besonderes. Deine Wärme, deine Freundlichkeit, deine Schönheit, alles empfing mich und zog mich sofort in deinen Bann. Meine Neugierde war riesig, ich wollte dich kennenlernen, jeden Teil von dir, dich in mir aufsaugen. Deine unglaubliche Gelassenheit ging auch auf mich über, sofort waren alle Sorgen, der ganze Stress der letzten Monate vergessen und ich konnte nur noch an dich und mich und unsere gemeinsame Zeit denken.
    Deine Freunde und deine Familie, liebevoll Cariocas genannt, empfingen mich sofort als Teil dieser Gesellschaft, sie gaben mir die Chance, mich einfach nur wohl zu fühlen. Und das tat ich, ich ließ mich in deine Arme fallen und ab dann nur noch treiben. Ich lebte ein Leben, wie man es sich nur träumen kann. Durch dich geschützt kam mir auf einmal alles so leicht vor.

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    Die Nächte mit dir waren hart und lang und nicht selten wachte ich am nächsten Tag mit Kopfschmerzen und bizarren Ohrwürmern auf. Doch das war nicht schlimm, ich habe jede Sekunde genossen. Durch dich lernte ich die Leidenschaft des Sambas und des MPBs kennen, doch auch den nur für dich bestimmten Funk lernte ich auf eine spezielle Art lieben (auch wenn das bei vielen Leuten auf Unverständnis stößt^^). So tanzte ich eigentlich die ganze Zeit mit dir, denn sich in deiner Umgebung auf eine andere Art zu bewegen scheint unmöglich, bist Du selbst doch auch die ganze Zeit in tanzenden Schwingungen.

    Sehr beeindruckt hat mich auch dein unbeschreiblicher Style, egal ob in Mode oder Kunst, so außergewöhnlich, unnachahmbar, ich konnte ihn nur lieben!
    Dazu gehört wohl auch, dass Du dich nicht verstellst, Du versuchst gar nicht erst, deine negativen Seiten zu verstecken, vielmehr nimmst Du sie als ein Teil von Dir, als Teil deiner Kultur und weißt genau, wie Du auch diese Energien nutzen kannst, um Leute wie mich ins Staunen zu bringen.

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    Ivan & Helena

    Ivan & Helena

    Selten habe ich etwas so vielseitiges wie Dich kennengelernt. Nicht nur sozial, sondern auch von deiner Natur her, besitzt Du alles, was man sich nur wünschen kann. Deine grünen Wälder, deine vielen Hügel, die deine sehr unterschiedlichen Teile voneinander trennen, und dann natürlich deine weiten Strände, an der ich des Öfteren spüren konnte, wie selbst die Macht des Ozeans an deiner Gelassenheit in meterhohen Wellen einfach zerbricht. Genau wie bei dem Wal am Strand von Ipanema löste dies eine Leichtigkeit bei mir aus, die es mir unmöglich machte, an einen Abschied von Dir zu denken.
    Doch dieser musste kommen, und selten ist mir ein Abschied so schwer gefallen. So schwer, dass ich Dir jetzt schon verspreche, dass er nicht für immer ist. Meine Sehnsucht nach Dir ist riesig. So kann ich zum Abschluss nur noch eines sagen:

    Rio, eu te amo!!!

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    „Seilentsch Neitsch, Hooohlie Neitsch“

    Dezember 20th, 2009 by melissainbrasilien

    Heute ist der vierte Advent, noch genau vier Tage, dann ist Weihnachten! Zumindest in Deutschland, hier wird erst am 25. Dezember wirklich gefeiert. Während in Deutschland die Weihnachtsmärkte einen Rekordumsatz von Glühwein verzeichnen, bin ich nur „dreaming of a White Christmas“ und das bei über 40 Grad. Weihnachten im Sommer ist schon ein seltsames Gefühl, noch dazu so weit weg von Familie und Freunden.
    Nachdem wir schon Nikolaus verpeilt haben und somit am nächsten Tag nichts in unseren Flip Flops zu finden war, haben Anika und ich beschlossen, Weihnachten schon irgendwie besonders zu machen, und sei es nur mit einem besonders leckeren selbstgekochten (!) Essen. Das können wir jetzt nämlich, da mit dem langersehnten Eintreffen unseres Kühlschrankes unser Umzug von der Gastfamilie in unsere „neue alte“ Wohnung beschlossen war. Jetzt wohnen wir also seit Dienstag wieder bei Kolping und das Projekt „Ein Jahr von Reis und Bohnen ernähren“ ist erstmal eingestellt – heute gab es Hühnchengeschnätzeltes in Weißwein-/Sahnesauce mit Kartoffeln! Lecker! =)

    Rondonópolis gibt sich wirklich alle Mühe, trotz der hitzigen Umstände Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen. Die Straßen im Stadtzentrum sind mit bunten Lichterketten geschmückt und auch die Weihnachtsmänner sind schon fleißig am Hauswände-Erklimmen. „Die Armen!“, denke ich mir immer, wenn ich in kurzen Shorts und Top an ihnen vorbeilaufe, nein, tauschen möchte man da nicht.
    Auch in den Jugendzentren wurde fleißig geschmückt, sogar ein Weihnachtsbaum aus Plastikflaschen wurde aufgestellt und weitere mit Bonbons geschmückte wurden mit den Kindern gebastelt. Im Englischunterricht habe ich mit den Kindern englische Weihnachtslieder gesungen, das Ergebnis lässt sich in der Überschrift erkennen, mein Spaß dabei war auf jeden Fall gesichert! ;) Am Freitag war dann auch Weihnachtsfeier, bei der die von einer Bank gespendeten Geschenke überreicht wurden und es Hot Dogs und Eiscreme gab. ;) Viele der Kinder werden über Weihnachten Verwandte auf dem Land besuchen und dort auch ihre Ferien verbringen, andere grillen zu Hause mit ihren Familien. Mich fragen sie immer, ob ich Weihnachten in Deutschland verbringen werde und ob ich dort mit dem Bus hinfahren werde. Wenn ich ihnen dann erkläre, dass das viel zu weit ist, fragen sie, wie viele Stunden man denn mit dem Motorrad dorthin brauchen würde. ;) Achja, ich habe sie echt alle sehr lieb gewonnen in den letzten 3,5 Monaten! =)

    Sehr schön fand ich die Aussage einer der Kobra-Mitarbeiterinnen, die sie im Stuhlkreis vor den Kindern über mich und Anika gemacht hat. Darin hat sie eigentlich den Kindern, aber wie ich bemerken musste auch besonders mir, noch einmal deutlich gemacht, dass wir Weihnachten hier zwar weit weg von Deutschland feiern werden, aber dennoch in unserem neuen Zuhause Brasilien mit unserer neuen KoBra-Familie. Mit diesem Gedanken lässt es sich schon entspannter auf das Ende des Jahres und freudig-erwartungsvoll auf das kommende Jahr blicken, das mit vielen neuen Herausforderungen und Erfahrungen lockt!

    Ich denke natürlich trotzdem an Euch!!! Und vermissen tue ich Euch sowieso!
    Feliz Natal e um próspero Ano Novo!!

    Eure Weihnachtskarten-Bastelnde und Plätzchen-Backende Melissa =)

    der Weihnachtsbaum wird geschmückt

    der Weihnachtsbaum wird geschmückt

    ...für die Kinder

    ...für die Kinder

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    Weihnachtsstimmung!!! :D

    Weihnachtsstimmung!!! :D

    Weihnachtsfeier im Jugendzentrum

    Weihnachtsfeier im Jugendzentrum

    Geschenke!!

    Geschenke!!

    es folgt...unsere Plätzchenreihe! Sehr lecker und mit viel Liebe, allerdings ohne Schneebesen, Handrührer, Vanillezucker oder sonstigen unnötigen Luxus gebacken.

    es folgt...unsere Plätzchenreihe! Sehr lecker und mit viel Liebe, allerdings ohne Schneebesen, Handrührer, Vanillezucker oder sonstigen unnötigen Luxus gebacken.

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    schon fast gänzlich in unseren Hüften gelandet. ;) Es werden aber weitere folgen!

    schon fast gänzlich in unseren Hüften gelandet. ;) Es werden aber weitere folgen!

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    läuft…

    November 27th, 2009 by melissainbrasilien

    …das tut hier in Brasilien vor allem eines: der Fernseher! Und das wirklich überall und rund um die Uhr. Keine Chance ihm zu entgehen. Mit der Zeit haben die Brasilianer ein ganz besonderes Talent entwickelt, was mir leider noch nicht so ganz gelingt: die ständige Berieselung einfach zu ignorieren. So wird über wichtige Probleme gesprochen oder politische Themen diskutiert, während Brasilien gerade die neue „Superhausfrau“ oder sonstiges wählt. Da ist es natürlich auch ganz egal, was da gerade auf dem Bildschirm zu sehen ist. So hatten wir selbst in der Uni schon öfters das Vergnügen mit gewissen Zeichentrick- beziehungsweise Disneyfilmen (ich finde, man sollte „Hannah Montana“ als Pflichtprogramm auch für deutsche Studenten einführen!). Von Zeit zu Zeit läuft auch nichts, also nein, natürlich „läuft“ etwas, auch wenn es nur Geflimmer ist, da sich gerade kein Video im Gerät befindet. Egal, ob im Krankenhauswartezimmer, in der Bar um die Ecke, beim Frisör oder bei den Leuten zu Hause, immer werde ich von den eigentlich wichtigen Dingen abgelenkt und in die bunte brasilianische Fernsehwelt gezogen.
    Die einzigen Ausnahmen bei dieser „Nebenher-Berieselung“ bieten (natürlich) Fußballspiele und die zahlreichen „Novelas“. Diese sind nämlich Pflichtprogramm für jeden Brasilianer und jede Brasilianerin! Dabei sollte man bedenken, dass die „Novelas“ keinesfalls mit unseren schlechten Telenovelas in Deutschland vergleichbar sind, nein, sie toppen das Fehlen von Qualität um ein Vielfaches! Die „Schauspieler“ überzeugen höchstens als Vorzeigeobjekte von gewissen Chirurgen, die Handlungen verdienen diese Bezeichnung nicht und die filmerischen „Leistungen“ lassen doch auch mehr als zu wünschen übrig.
    Ganz besonders erschrecken mich diese Prioritäten im Umgang mit den Kindern und Jugendlichen. Diese können sich keine Englischvokabeln merken, kennen aber alle Namen der Schauspieler und der Rollen, die sie spielen. Sie können weder Division, noch Multiplikation, aber wissen die genauen Uhrzeiten, zu denen die vielen Novelas laufen. Können weder richtig lesen geschweige denn schreiben, aber super darüber berichten, was gestern mal wieder so im Fernsehen lief. Eine Flucht aus dem eigenen Leben in die Traumwelt der Reichen und Schönen in den Novelas? Vielleicht. Vielleicht aber auch nur der Mangel an intelligentem Fernsehprogramm. Wie wäre es, wenn die Schauspieler in den Novelas auf wichtige politische und soziale Probleme zu sprechen kämen? Am besten auf Englisch? Und dabei noch Mathe-Aufgaben lösen würden? Wer weiß…Egal, „läuft“…

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    Nachrichten

    Oktober 30th, 2009 by melissainbrasilien

    „Junge von Vater schwer misshandelt“, so etwas kann man auch in deutschen Zeitungen lesen. Man ist geschockt, fragt sich, wer so etwas macht, aber irgendwie ist es doch weit weg. So erging es mir bisher jedenfalls immer.

    Doch nun ist die Situation eine andere. Ein Junge aus dem Zentrum, mit dem ich spiele, Spaß habe und den ich sehr ins Herz geschlossen habe mit seiner unglaublich lieben Art, genau diesem Junge ist etwas so unfassbar Schlimmes geschehen. Auf einmal ist es nicht mehr nur eine Notiz in der Zeitung, es ist ein Mensch, ein kleiner Junge, der aus den wohl unnötigsten Gründen von seinem Vater auf übelste Weise zugerichtet wurde.

    Doch es ist nicht nur dieser eine Fall. Viele der Kinder, die in die Jugendzentren kommen, haben ganz ähnliches durchgemacht, viele sind sexuell missbraucht worden; die Eltern der Kinder sitzen nicht ohne Grund teilweise im Gefängnis.

    Und auch hier wieder kommt das Gefühl der Hilflosigkeit, welches ich ja schon häufiger geschildert habe. Niemand macht etwas, obwohl alle bescheid wissen. Die Polizei greift auch nicht ein, schließlich ist Erziehung ja Sache der Eltern. So etwas wie das deutsche Jugendamt gibt es nicht, es gibt zwar eine Behörde, die sich um diese Fälle kümmert, allerdings sind es hier in der Stadt zu viele, sodass nur die dringendsten Fälle auch wirklich Hilfe bekommen und auch dann kommt diese meist zu spät.

    Auch persönlich fällt es mir schwer, mit so etwas umzugehen. Wie geht man auf Kinder zu, von denen man weiß, dass sie sehr krasse Sachen erlebt haben oder noch erleben, die aber vordergründig glücklich scheinen, die genauso ausgelassen spielen, wie andere?

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    Flip to the Flop

    Oktober 19th, 2009 by melissainbrasilien

    Bekleidungsmittel Nummer 1 in Brasilien! Und das nicht ohne Grund! Wie vielseitig so ein simpler Schuh sein kann, ist mir erst hier wirklich klar geworden. Häufiger als am Fuß befinden sich diese Schuhe in der Luft, von lautem Fluchen begleitet, auf direktem Wege zu einer schnell davonlaufenden Person. Da sie aber aufgrund ihrer Form nicht so ganz treffsicher sind, heißt es immer Vorsicht bewahren, dass man nicht selbst Opfer des Schuh-Bombardements wird. Aus diesem Grund werden die Flip Flops auch häufiger als Nahkampfmittel benutzt. Es lässt sich schon ziemlich fest damit zuschlagen…Falls dabei mal ein Schuh kaputtgehen sollte, ist er schnell wieder repariert, so viele Teile sind da ja nicht dran.

    Auch wenn gerade kein Fußball vorhanden sein sollte, bietet so ein Flip Flop einen guten Ersatz. Und falls dann doch noch ein echter Lederball auftauchen sollte, sind die Schuhe auch ganz schnell ausgezogen, um barfuss über den Platz zu wetzen.

    Trotzdem oder gerade deswegen gelten diese Schuhe hier in Brasilien auch als ein Zeichen für Armut. Wer es sich leisten kann, trägt natürlich feste Schuhe, wenn er jeden Tag 10 Kilometer zu Fuß zurücklegen muss. Doch diese Möglichkeit haben die meisten Kinder, die zu uns ins Jugendzentrum kommen, nun mal nicht. In der Schule werden Kinder gemobbt, weil sie sich keine richtigen Schuhe leisten können. Die Mädchen verschönern ihre „chinelos“ mit bunten Perlen und Blumen, damit sie ein bisschen schicker aussehen.

    In Deutschland ein nettes, praktisches Accessoire im Sommer, hier in Brasilien ein Ausdruck der sozialen Stellung- der Flip Flop.

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    Weltkindertag

    Oktober 10th, 2009 by melissainbrasilien

    Anlässlich des „Weltkindertages“ haben wir heute mit den Kindern aus beiden Jugendzentren einen Ausflug ins „Schwimmbad“, also einem Schwimmbecken, was zu einem staatlichen Jugendzentrum hier gehört, gemacht. Ungefähr 60 Kinder in der Gruppe heute Vormittag, am Nachmittag kommt wohl noch mal dasselbe auf uns zu. Es ist wirklich anstrengend, wenn alle Kinder gleichzeitig an einem ziehen, auf die Schultern genommen oder ins Wasser geworfen werden wollen. Aber es macht so unheimlich viel Spaß!!! :) Gerade bin ich echt erschöpft, aber das war es wert!

    Für die Kinder hier ist es ein echtes Highlight, die meisten können nicht einmal schwimmen. Meine Versuche, ihnen wenigstens ein bisschen schwimmen beizubringen scheiterten kläglich an der wirklich unglaublich großen Anzahl der „Schüler“. Und dann übersetzt mal „Frosch-Hampelmann-Fisch“ ins Portugiesische! Also hieß es munter weiterplanschen. ;)

    PS: Anika und ich haben unseren ersten brasilianischen Sonnenbrand!!

    und hupps, ins erfrischende Nass

    und hupps, ins erfrischende Nass

    ...oder so...

    ...oder so...

    ...oder auch so

    ...oder auch so

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    kurze Stärkung

    kurze Stärkung

    meine "Tochter" und ich beim gemeinsamen Sonnenbaden ;)

    meine "Tochter" und ich beim gemeinsamen Sonnenbaden ;)

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    Olympia 2016 in Brasilien

    Oktober 5th, 2009 by melissainbrasilien

    Welch ein Jubel!!! „Vorgezogener Karneval“, eine riesige Party in Rio, alle Menschen feiern, nur einer weint: Der brasilianische Präsident Lula. Vor Rührung. ENDLICH kommen die olympischen Spiele auch nach Südamerika, ENDLICH kann Brasilien der Welt zeigen, was das Land wirklich zu bieten hat, dass es inzwischen zu einer Wirtschaftsmacht aufgestiegen ist und mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung verdient. Und man denke an all die Arbeitsplätze, die dadurch geschaffen werden! Und all die Besucher, an all das Geld, was diese mitbringen werden!!

    Doch ist das alles? Im ersten Moment hört sich das alles ja schön an, doch steckt da nicht noch mehr dahinter? Wo will das Land das viele Geld hernehmen, was die Ausrichtung der olympischen Spiele und der damit verbundene organisatorische Aufwand aber auch die dringend notwendige Verbesserung der Infrastruktur verschlingen wird? Vor allem weil Brasilien ja auch noch die Fußball-WM 2014 austragen wird. Könnte man dieses Geld nicht sinnvoller verwenden, in diesem Land, in dem das Bildungssystem so schlecht ist, dass manche Kinder in der 8. Klasse noch nicht richtig schreiben und lesen können? In dem es kaum kulturelle Angebote für Familien gibt, die sich kein Kino oder Urlaub leisten können?

    Und dann noch das Problem mit der Sicherheit? Was geschieht mit den Favelas? Nunja, wer „Tropa de Elite“ gesehen hat, wird wissen, was höchstwahrscheinlich passieren wird. Die Favelas werden „gesäubert“, schließlich passen sie nicht in das Bild, welches die Welt von Brasilien haben soll. Und wo kommen all die Straßenkinder hin? Die Gefängnisse werden zu dieser Zeit wohl voll von all diesen „unangenehmen“ Leuten sein. Einige werden vielleicht auch einfach erschossen werden. Wäre ja nicht das erste Mal…

    Drogenhandel und Prostitution werden wohl die Geschäfte sein, die am meisten von Olympia profitieren werden- man rechnet die Preise für Drogen schon in Euro und Dollar um.

    Irgendwie erinnert mich das alles ein wenig an China. Vielleicht wird es auch nicht so kommen, aber je mehr ich über Brasilien erfahre, umso sicherer bin ich mir, dass das obengenannte so ungefähr eintreten wird.

    «Es werden unvergessliche Spiele. Sie werden Ihre Entscheidung nicht bereuen.», versprach Präsident Lula. Wir werden sehen.

    Nachdem wir gestern mal wieder einen wunderschönen Ausflug zu einem der vielen Wasserfälle hier in der Umgebung gemacht haben, will ich euch an dieser Stelle ein paar Bilder dieses aber auch der vergangenen Ausflüge zeigen, um euch an der unglaublichen Natur hier teilnehmen zulassen.

    hin kommt man am besten mit dem Auto...wenn das nicht vorhanden ist, tut es aber auch ein Roller ;)

    hin kommt man am besten mit dem Auto...wenn das nicht vorhanden ist, tut es aber auch ein Roller ;)

    die Wege scheinen nicht immer so ganz legal zu sein...

    die Wege scheinen nicht immer so ganz legal zu sein...

    und niemals ohne das obligatorische Bier- bei den Brasilianern darf das auch um 10 Uhr morgens nicht fehlen.^^

    und niemals ohne das obligatorische Bier- bei den Brasilianern darf das auch um 10 Uhr morgens nicht fehlen.^^

    ...Gruppenzwang...;)

    ...Gruppenzwang...;)

    nach fast einer Stunde durch tiefstes Dickicht laufen, wird man aber auch belohnt

    nach fast einer Stunde durch tiefstes Dickicht laufen, wird man aber auch belohnt

    Pause, Mückenstiche kühlen

    Pause, Mückenstiche kühlen

    und den "Weg" wieder zurück

    und den "Weg" wieder zurück

    ein anderer Wasserfall...

    ein anderer Wasserfall...

    nette Erfrischung

    nette Erfrischung

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    Wir werden jetzt Stars

    Oktober 3rd, 2009 by melissainbrasilien

    …beziehungsweise sind es schon!

    Schon zweimal war ich hier im Lokalfernsehen, habe das ungefähr- ähm- „tollste“ Interview gegeben und nun sind Anika und ich auch noch in der Lokalzeitung gewesen, mit kleinem Artikel auf der Titelseite und riesigem Artikel im Mittelteil. Jetzt kennt uns hier wirklich JEDER! Der größte Vorteil unseres neuen Ruhmes ist sicherlich, dass die Leute jetzt von Anfang an langsam mit uns sprechen und uns auch nicht böse sind, wenn es mal etwas länger mit unserer Bestellung beim Bäcker dauert. Doch das Ganze hat auch seine negativen Seiten. So ziehen wir noch mehr Aufmerksamkeit auf uns, als wir das eh schon getan haben. Als wir neulich ein Jugendzentrum der Stadt besucht haben, kamen plötzlich alle Kinder auf uns zugestürmt und wollten irgendwelche Dinge von uns wissen. Es hat sich wirklich so eine richtige Wand vor uns aufgetan, ein ganz befremdliches, unangenehmes Gefühl, bis „unsere“ Kinder uns gerettet haben. Diese sind auch immer ganz stolz, wenn „as alemaes“ sie zu Hause besuchen. Da wird dann auch mal die ganze Familie eingeladen, um uns ihnen vorzustellen. ;)

    Rollt schon mal den roten Teppich für mich aus! ;D

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    baratas

    September 28th, 2009 by melissainbrasilien

    oder zu deutsch: Kakerlaken.

    Was wurden uns vor unserer Abreise die schrecklichsten Gruselgeschichten über überdimensional große und überall vorhandene, bissige, krankheitserregende Käfer erzählt. Zum Glück sieht die Realität da etwas anders aus. Überhaupt fallen diese Tierchen mehr durch Totsein oder zumindest fast-tot-auf-dem-Rücken-Liegen auf, als durch irgendetwas anderes. Eine in jedem Jugendzentrum, um ihr Leben zappelnd auf dem Rücken, Beinchen in die Luft- eindeutig unschädlich. Heute in einem sonst wirklich SEHR sauberen, wenn nicht sogar sterilem Haus, diesmal schon tot und nur auf den Hund wartend, der ihr die letzte Würde in ihrem Kakerlakenleben erweist und sie als Nachtisch verspeist.

    Ich hoffe nur, das bleibt so…^^

    barata de agua- Wasserkakerlake, oder auch Horror-Riesen-iiiiiiiihhhhh-wüüüääähhh-das kann ja fliegen!-Hilfe!-Kakerlake bekannt

    barata de agua- Wasserkakerlake, oder auch Horror-Riesen-iiiiiiiihhhhh-wüüüääähhh-das kann ja fliegen!-Hilfe!-Kakerlake bekannt

    Ich wurde gerettet! Ein Kampf auf Leben und Tod- für beide Seiten!

    Ich wurde gerettet! Ein Kampf auf Leben und Tod- für beide Seiten!

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